Jun 10 2008
Stabilisier- und Verdichtmaschinen
Die dynamische Stabilisation der Gleise. Ein wesentlicher Faktor bei der Durcharbeitung.
Die dynamische Stabilisation der Gleise ist eine von der Firma Plasser & Theurer entwickelte erfolgreiche Methode für eine optimale Gleisinstandhaltung.
Es gibt kaum eine andere Methode im Bereich von Gleisbau und Gleisinstandhaltung, die derart intensiv von Eisenbahnen und Forschungsinstituten untersucht wurde wie die dynamische Gleisstabilisation. Die Erkenntnisse aus diesen umfangreichen Tests haben zur weiteren Optimierung des Verfahrens beigetragen.
Heute ist der Dynamische Gleisstabilisator fixer Bestandteil des Maschinenparks von Bahnverwaltungen und Gleisbauunternehmern in aller Welt.
Das Ziel
Das Ziel der dynamischen Gleisstabilisation besteht darin, im Zuge von baulichen Maßnahmen eine verbesserte Verankerung des Gleisrostes im Schotterbett zu erreichen. Der Zustand des Gleises nach der dynamischen Stabilisation bietet eine erhöhte Betriebssicherheit und ermöglicht insbesondere auf Neulagen oder nach Durcharbeitungen das Befahren mit der zugelassenen Streckenhöchstgeschwindigkeit. Dadurch können Langsamfahrstellen vermieden und Betriebsstörungen insgesamt verringert werden.
Weiteres ist durch die dynamische Gleisstabilisation die geometrisch richtige Lage des Gleises über einen größeren Zeitraum verfügbar, der Qualitätsvorrat des Gleises steigt.
Die systematische Anwendung dieses Verfahrens bei Umbau, Neubau, Bettungsreinigung und Gleisdurcharbeitung bringt Einsparungen im betrieblichen Bereich und eine günstige Kosten/Nutzen-Rechnung der gesamten Gleisinstandhaltung.
Das Prinzip
Das Gleis wird mittels des Dynamischen Gleisstabilisators in waagrechte Schwingungen versetzt und gleichzeitig mit einer vertikalen statischen Auflast beaufschlagt. Die dadurch bewirkte Neuordnung der Schottersteine hat zur Folge, dass das Gleis abgesenkt und in das Schotterbett “eingerieben” wird.

Die Wirkungsweise
Bei der Durcharbeitung mit der Stopfmaschine wird das Gleis nivelliert, gehoben, gerichtet und unterstopft. Dabei wird der Schotter unter den Schwellen im Bereich der Stopfzonen verdichtet.
Die anschließende dynamische Stabilisation sorgt für ein homogenes Schottergefüge. Die dabei in den Schotter geleitete Vibration in Verbindung mit der statischen Auflast bewirkt, dass sich die Schotterkörner formbündig enger aneinander schlichten. Eine kräftefreie Neuordnung der Schottersteine ist die Folge. Die Anzahl der Hohlräume verringert sich, die Schottersteine weisen anstelle von einzelnen Berührungspunkten eine größere Zahl von Berührungsflächen und Berührungskanten auf. Auch zwischen Schwellen und Schottersteinen steigt die Summe der Berührungsflächen stark an.
Die dabei erzielte Homogenisierung des Schotterbettes erhöht die Nachhaltigkeit der Gleisinstandhaltung. Die insgesamt größere Reibungsfläche zwischen Schwellen und Schotter ergibt einen größeren Querverschiebewiderstand sowohl für das belastete als auch für das unbelastete Gleis. Im Gegensatz zu anderen, herkömmlichen Methoden der Schotterbehandlung erfolgt eine räumliche Verdichtung mit einer vollkommen veränderten Schotterstruktur. Für die Schwelle wird unter Beibehaltung oder sogar Verbesserung der einwandfreien Gleisgeometrie ein neues Auflager geschaffen, breitere Zonen des Schotterbettes übernehmen die Übertragung der Kräfte. Auch der Längsverschiebewiderstand steigt.
Während der Arbeit kann der dynamische Querverschiebewiderstand ohne zusätzlichen Arbeitsschritt gemessen und aufgezeichnet werden. Das gleiche gilt für alle weiteren für die Sicherheit wesentlichen Parameter der Gleisgeometrie.
Weitere Informationen in der Gleisbau-Welt
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