Archiv für das Tag 'Uhr'

Jun 20 2008


T.Schaeffer

Die historische Bahnhofsuhr

Abgelegt unter Historisches

Herstellung und Herkunft:

Über die Herstellung der Uhr gibt das Firmenschild mit folgendem Text Auskunft:

B. Zacharia
KGL.SÄCHS.&HERZ.ALTENB.HOFLIEFER.
Leipzig
№ 2747

Uhrgehäuse

Das Herstellungsjahr ist nicht bekannt, vermutlich ist die Uhr um 1900 gebaut worden.

Zuletzt war die Uhr am Dienstgebäude des Bahnhofs Rochsburg an der Strecke Glauchau – Penig – Rochlitz – Großboten angebracht. Ende August 2003 wurde sie der Berliner Parkeisenbahn im halbzerlegten Zustand übergeben. Hier erfolgte die Grundreinigung des Räderwerkes und des äußeren Uhrengehäuses sowie deren Farberneuerungen, die Komplettierung des Uhrenschrankes und dessen Aufstellung in der Wagenhalle sowie die Anbringung des Uhrengehäuses außerhalb der Halle in etwa 3,5 m Höhe. Das gusseiserne Uhrengehäuse mit einem dreieckigen Grundriss besitzt zwei Zifferblätter.

Diese waren ursprünglich nur mit schwarzen Strichmarken versehen. Sie wurden durch arabische Zahlen – 1 bis 12 in schwarz, 13 bis 24 im inneren Kreis rot – ersetzt. In früheren Jahren konnten die Zifferblätter durch eine Petroleumlampe von innen beleuchtet werden. Für die Entlüftung des Gehäuses sorgte die aufgesetzte Abzugshaube. Seit dem Frühjahr 2004 ist die Uhr wieder in Betrieb.

Uhrengehäuse

Die Technik:

Es handelt sich hier um eine ortsfeste Pendeluhr mit Gewichtsantrieb. Die Antriebskraft wird durch ein ca. 23 kg schweres Massestück, einem 3 mm Stahlseil und einer losen Rolle auf die Seiltrommel im Räderwerk übertragen. Um während des Aufziehens mittels Handkurbel (bei 7 Tagen, 20 Umdrehungen) die Antriebskraft nicht zu unterbrechen, sorgt an der Seiltrommel eine federgetriebene Gangreserve für die Überbrückung. Die Seiltrommel treibt mit einer Übersetzung von 96:11 den Minutentrieb an, dessen Bewegung über Wellen und Winkelgetriebe an die Zeiger im Außengehäuse weitergeleitet wird. Die hier angezeigte Minutenzeit lässt sich am Räderwerk über ein Kontrollzifferblatt überwachen. Für die Stundenzeiger befinden sich Wechselräder innerhalb des Außengehäuses.

Pendelschrank

Vom Minutentrieb im Räderwerk wird über ein Zahnradpaar das Ankerrad angetrieben. Über den Anker mit Graham-Hemmung erfolgt die Bewegung des Pendels. Das Pendel selbst mit hölzernem Schaft hängt an einer 0,2 mm dicken Stahllamelle und besitzt eine wirksame Länge von 1 Meter(Sekundenpendel). Die Grundamplitude des Pendels beträgt ± 3 °.
Entsprechend der Höhe des Uhrenschrankes ist eine Laufzeit zwischen zwei Aufzügen von 8 Tagen möglich, hierbei beträgt die Hubhöhe des Gewichtes 2,25 m.

Pendel

Text: Klaus Jünemann

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